Die Pause Lyrics

Das Licht geht aus, der Vorhang auf und das Konzert fängt an,
Die Spannung steigt, die Scheinwerfer ziehen mich in ihren Bann,
Der Star tritt auf in donnerndem Applause

Ach ist das schön, ach bin ich froh, seit Tagen denk ich nur daran,
ich bin so schrecklich aufgeregt, daß ich es kaum erwarten kann:
Ich freu mich so unbändig auf die Pause.

In der Pause kann man erstmal seinen Hintermann ansehn',
Man vor dem Spiegel Schuppen von der Schulter bürsten,
Am Buffet nach Herzenslust ausgiebig in der Schlange stehn,
nach Käsebroten und erhitzten Würsten,
Man kann lästern und kann meckern, man kann sich mit Senf bekleckern,
man kann hitzig diskutieren, mit daheim telefonieren,
ob der Babysitter zu Haus ist, ob das Bügeleisen aus ist,
bessere Sitzplätze erschleichen oder gleich wieder nach Haus' entweichen,
vor Begeisterung ausrasten, nach der Kontaktlinse tasten,
rumstehen bei den Sektglashaltern oder ein Viertelstündchen altern
oder den Künstler belagern, Autogramme holen ja nur,
der hat in der Pause sowieso nichts Sinnvolles zu tun.

Ich tue mir die härtesten und allerlängsten Opern an
und das ist machmal schon verdammt nah an der Folter dran,
doch wer das nicht kann ist ein Kulturbanause,
kein Henze und kein Stockhaus der mich noch wirklich schrecken kann,
ich bin so voller Zuversicht, ich weiß ja (HA HA),
irgendwann hat auch die schlimmste Oper eine Pause,
aber vorher heißt es erstmal schnell die Schuhe wieder anziehn'
und einer ist unterm Vordersitz verschollen
und man fahndet und man angelt, Gott sei Dank jetzt hat man ihn,
doch wie ist der Fuß in Freiheit angeschwollen.

Man kann sich verzückt gebärden und den Kaugumi loswerden,
einen kleinen Streit anfangen, Eintrittsgeld zurückverlangen,
Kragen öffnen Gürtel schließen, sich mit Parfum übergießen,
rasch den völlig aufgelösten Hund draußen im Auto trösten,
Niesen, Husten, Schniefen, Schnauben,
seinen Anspruch höher schrauben, mit Theaterkennern schwatzen,
sich endlich an Stellen kratzen, die schon seit Beginn entsetzlich jucken
und die man vielleicht im Konzert im Sitzen einfach nicht erreicht.

Es ist nicht die schiere Bildungswut, das geb' ich offen zu,
was da oben auf der Bühne läuft, das ist mir völlig wurscht,
na was glaubst du, was auf dem Spielplan steht wird mitgenommen,
weil ich hier ungestört bin, weil ich endlich Muße find' und Ruh',
weil ich hier alles schaffen kann, erledige und Mach' und Tu',
dazu würd' ich zu Haus' doch gar nicht kommen.

Man kann flirten, man kann Baggern, die Sitznachbarin betörn',
man kann den Rauchern zusehn', in den Gelb-Finger-Winkeln,
man kann ungestört im Walkman die Lieblingskasette hörn'
und wer will der kann mit Gleichgesinnten pinkeln,
oder Kaffee holn' und Kuchen, die Rotkreuzschwester besuchen,
man kann Ansichtskarten schreiben oder einfach draußen bleiben
oder schon beim allerersten Pausengong vor Neugier bersten,
sich vorn' in die Schlange schummeln, Garderobenmarken verbummeln,
eine Diskussion anfachen, ein paar Freiübungen machen,
sich die Fingernägel schneiden, unter der Aufführung leiden,
Schupsen, Treten, Drängeln, Hauen,
gleich wird man wieder eingesperrt,

Ach die Pause ist das schönste am Konzert, die Pause ist das schönste am Konzert.

Das Licht geht aus, der Vorhang auf und das Konzert fängt an,
Die Spannung steigt, die Scheinwerfer ziehen mich in ihren Bann,
Der Star tritt auf in donnerndem Applause